Skip to main content

Arganöl in der Kosmetik

Wegen seiner Inhaltsstoffe und besonderen Eigenschaften, gilt Arganöl als eines der kostbarsten Öle der Welt. Charakteristisch ist zudem, dass es nur exklusiv in einer bestimmten Region in Marokko gewonnen werden kann. Arganöl nennt man also nicht umsonst das „flüssige Gold Marokkos“. Nicht nur als Speiseöl besticht es mit seinen zahlreichen positiven Eigenschaften. Arganöl wird auch immer häufiger als Kosmetikprodukt eingesetzt.

Der Arganbaum

Bei Arganöl handelt es sich um ein hochwertiges Speiseöl, das aus den Fruchtkernen des Arganbaumes gewonnen wird. Diese Pflanze gedeiht ausschließlich in Südmarokko, in der kleinen Region zwischen Essaouira und Agadir. Man hat zwar schon versucht, den Arganbaum in anderen Regionen anzusiedeln, ist aber beim Versuch gescheitert. In der Region treffen Küste und karges Gelände aufeinander. Genau das sorgt für die -für das Wachstum so wichtigen- idealen Verhältnisse. Der Baum ist einer der ältesten Bäume der Erde. Er hat sich über 80 Millionen Jahre an das besondere Klima der Umgebung Südwest-Marokkos angepasst. So stoppt er beispielsweise sein Wachstum in der Trockenzeit und speichert das Wasser in den Blättern. Sobald dann der erste Regen fällt, steht der Arganbaum wieder in seiner vollen Pracht. Er ist damit ein wahrer Überlebenskünstler, der nebenbei auch einen natürlichen Schutz gegen die Wüste bietet. Daher hat die marokkanische Regierung entschieden, die Heimatregion des Baumes unter UNESCO-Schutz zu stellen.

Produktionsverfahren des Arganöls

Arganöl zu gewinnen ist extrem zeitaufwendig und mühevoll. Es wird aus den Samen der Früchte des Baumes gewonnen. Die Früchte vertrocknen am Baum und fallen herunter. Man würde sie auch gar nicht problemlos vom Baum pflücken können, da die Äste des Arganbaums Dornen besitzen. Diese Methode hat aber auch einen erheblichen Vorteil: so können die Früchte in der Hitze rösten. Im Sommer, wenn sie ausreichend getrocknet sind, werden sie vom Boden aufgesammelt. Um einen Liter Öl zu erhalten benötigt man circa 25 Kilogramm Früchte, was wiederum einer Ernte von fünf Bäumen (!) entspricht. Anschließend muss das Fruchtfleisch mit den wertvollen Kernen aus der Frucht entfernt werden. Die Kerne enthalten Samenplättchen. Diese werden geröstet, damit sie ihre charakteristischen Aromastoffe entfalten und Bitterstoffe reduzieren. Die gerösteten Samen werden darauffolgend gemahlen und mit Zugabe von Wasser zu einem Brei verarbeitet. Durch stetiges Kneten tritt das Öl aus dem Brei heraus. Natürliches Arganöl verzichtet auf den Röstprozess. In der Kosmetik wird vor allem auf reines, kaltgepresstes und ungeröstetes Arganöl Wert gelegt. Was früher reine Frauen- und Handarbeit war, wird heute für den großen Markt in Teilschritten mit Maschinen vollzogen. Dennoch bleibt das Produktionsverfahre von Arganöl ein mühevolles Unterfangen und rechtfertigt die vergleichsweise hohen Preise im Verkauf. Mit der Entdeckung des Arganöls für die Kosmetikindustrie ist der Bedarf am Öl erneut gestiegen, sodass Arganöl heutzutage industriell-maschinell gepresst wird.

Arganöl für die Haare

Zunächst wurde Arganöl von den Marokkanern wegen seiner entzündungshemmenden Wirkung zur Behandlung von Hautkrankheiten, wie Akne, oder zur Wundheilung eingesetzt. Ungeröstetes Arganöl spendet zudem Feuchtigkeit für Haut und Haar und besitzt eine regenerierende Eigenschaft.Im alten Marokko ist Arganöl seit jeher das Mittel der Wahl für die Haarpflege. Nicht nur für das Haar selbst, sondern auch für die Kopfhaut und Haarwurzeln bietet Arganöl Pflege und Hitzeschutz. In den heimischen Supermärkten findet man heutzutage etliche Shampoos, die Arganöl enthalten. Noch bessere Ergebnisse erzielt man allerdings mit purem Öl, das als Haarmaske oder Spülung benutzt wird. Das Öl ist nahezu geruchslos und weist nur eine ganz leichte, vanilleartige Note auf. Eine regelmäßige Anwendung mit ein bis zwei Tropfen Öl verspricht gesundes und glänzendes Haar. Trockenes Haar mit angegriffenen Spitzen profitiert am meisten von dieser Therapie. Wer dazu auch Arganöl verspeist, deckt seinen Nährstoffbedarf, was sich wiederum auch am Haarwuchs bemerkbar machen kann. Zusätzlich gibt es auch Fälle, in deren Zusammenhang auch nicht erblicher Haarausfall verringert werden konnte. Vitamin E und die Wirkstoffgruppe der Tocopherole schützen das Haar vor jeglichen Umwelteinflüssen, wie beispielsweise UV-Strahlung, wirken aber auch den negativen Auswirkungen durch häufiges Glätten mit dem Glätteeisen gegen. Auch die Anforderungen, die im Winter an das Haar gestellt werden, sind hoch. Immerhin führt hier unter anderem Heizungsluft schnell zu einer ausgetrockneten, schuppigen und juckenden Kopfhaut. Auch mit Hinblick auf diese Problematik hat sich Arganöl bewährt, indem es oft mit zwei bis drei Behandlungen in der Woche sofortige Linderung verschafft.

Arganöl für die Haut

Weil das Klima in Marokko extreme Anforderungen an die Haut stellt, schwören die Menschen dort auf Arganöl als Hautpflegemittel und Sonnenschutz. Das Öl ist nicht nur mit Hinblick auf eine verlässliche Haarpflege Mittel der Wahl. Auch als Massageöl direkt auf die Haut, aber auch als Badezusatz, erweist es wertvolle Dienste. Besonders überzeugend ist das Ergebnis mit Hinblick auf Gesichtsmasken und Masken für die von der Winterkälte geplagten Hände. Dafür einfach Öl auf den Händen verteilen und über Nacht mit speziellen Baumwollhandschuhen einwirken lassen. Trockene Haut wird damit wieder elastisch und widerstandsfähig. Aber auch fettige bzw. Mischhaut profitieren von einer Behandlung mit Arganöl. Das Öl hilft der Haut dabei, ihren Säure- Talghaushalt wieder zu stabilisieren, der durch austrocknende Reinigungsmittel und nachfettende Cremes aus der Balance gebracht wurde. Das Öl kann aber noch erheblich mehr. Unter anderem ist es auf der Basis seiner Nutzung oft möglich, Narben, Dehnungsstreifen und Cellulite zu mildern. Gezielte Massagen mit dem Öl in der Schwangerschaft wirken vorbeugend gegen die kleinen Hautfissuren am Bauch, wenn die Haut in dem Bereich extrem gedehnt wird. Dasselbe gilt für alle anderen Bereiche des Bindegewebes, das durch Gewichtszunahme gespannt wird. Das Öl dringt tief in die Haut ein und fördert die Zellregeneration. Seine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung macht Arganöl auch zu einem wirkungsvollen Helfer bei Akne. Das fettige Hautbild und die Talgproduktion normalisieren sich oft und Narbengewebe können heilen. Auch hier gilt: wer Arganöl zusätzlich als Speiseöl verwendet, kann die positive Wirkung unter Umständen nochmals verstärken. Zudem ist es auch möglich, eine medizinische Therapie mit Hilfe von Arganöl zu unterstützen. Bei schwerer Akne kann Arganöl beispielsweise mit Heilerde vermischt und als Gesichtsmaske aufgelegt werden.

Bitte beachten Sie jedoch immer, dass es sich bei den genannten Punkten um mögliche Ergebnisse einer Arganöl-Behandlung handelt. Wie Arganöl bei Ihnen wirkt, und welche Erfolge erzielt werden können, ist von mehreren individuellen Faktoren abhängig. Im Zweifelsfall hilft der Dermatologe bzw. der behandelnde Arzt weiter.